Trauereckchen
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26. Januar 2009

Der kleine Irwisch “Missi” unserer lieben Freunde Christine & Patrick ist nach schwerer Krankheit nun im Kalbsleberwursthimmel!

missi

Trauereckchen

Wie schon gesagt, wer mit Tieren arbeitet, kann viel erleben und hat auch einiges zu erzählen. Leider werden Hunde nunmal nicht sehr alt und ich möchte,daß sie trotzdem nicht so schnell vergessen werden. Sie haben mir Freude gemacht und ich möchte sie hier in meinem Trauereckchen entsprechend ehren:

Zottel:
Ein großer schwarzer Schnauzermischling. Ich besuchte ihn immer, wenn Frauchen arbeiten mußte und wir gingen dann zusammen spatzieren. Anschließend gabs nen Knochen. Es war ne gute Hundeseele, von beeindruckender Größe.
Ich durfte ihn dann mitnehmen zum scheren, als ich das Handwerk erlernte. Ein Zeichen des Vertrauens. Zottel war schon sehr alt und geduldig. Zwei Sommer lang habe ich ihn betreut und gepflegt, dann ist er gegangen.
Ich vergesse Dich nicht.

Minou:
Eine 17 Jahre alte Perserkatze. Zweimal im Jahr kam ich tgl. 2 mal zu ihr nach Hause, um sie zu versorgen, wenn ihre Besitzer, ein reizendes älteres Ehepaar die Welt bereisten.
Bei meinem ersten Besuch wollte Minou mich nicht in die Küche lassen und als ich vorsichtig an ihr vorbei wollte fiel die alte Dame mit lautem Geschrei über mich her und kratze mich ordentlich. Ein ganz schöner Schreck! Dann versteckte sie sich einen Tag lang.
Aber ich siegte dann doch noch. Ich nahm mir ein Buch und setzte mich auf die Couch und begann zu lesen. Da wurde die alte Minou neugierig, setzte sich auf die Lehne und beschnupperte mich von oben bis unten. Mir war ganz schön mulmig. Von da an wuchs ihr Vertrauen und kurze Zeit später ließ sie sich sogar etwas kämmen. Das war schon was besonderes. Jedesmal, wenn ich mich bei Urlaubsende dann von allen verabschiedete, begleitete Minou mich zur Tür und sah mir hinterher. Minou wurde 19 Jahre alt und ich betreute sie bis zuletzt.
Eine echte Dame.

Chico:
Ein Doberman. Er war ein Scheidungshund und blieb bei Frauchen. Die war aber ganztags berufstätig. Im Haus lebte noch ein älteres Ehepaar, die Chico stundenweise zu sich holten. Aber die waren zu alt um mit ihm spatzieren zu gehen. Das machte ich dann 3 Jahre lang.
Mittags holte ich ihn ab und wir gingen in den Wald oder den nahgelegenen Park. Dort gab es ein Kiosk und da bekam er dann immer einen Keks. Chico hatte viel Temperament, aber ich durfte ihn nicht von der Leine lassen. Er hat immer so um sein Frauchen getrauert, daß er jedesmal stehen blieb, wenn er ein bekanntes Geräusch hörte. Armer Chico.
Dann tauchte eines Tages plötzlich sein Herrchen wieder auf und nahm ihn mit. Ich hab dann erst wieder von ihm gehört,als er eingeschläfert worden war. Er sei zu aggressiv gewesen!
Chico war sehr sensibel und ewig traurig. Er hätte was anderes verdient.
Ich vergesse ihn nie.

Mocca:
Eine rabenschwarze Katzendame.Auch eine Urlaubsbetreuung von mir. Sie gehörte einem jungen Päärchen und die liebten sie sehr und taten alles für sie. Der Dank war eine alte Grummeltante, die eigentlich immer schlecht gelaunt war, außer wenn sie Zuwendung von ihrem Besitzer bekam. Ich durfte in diesem Fall nur die Dosen öffnen, Katzenklo reinigen und mit ihr spielen. Ansonsten bekam ich nur Mecker von ihr. Außerdem wollte die Dame abends immer ne Stunde raus und ich mußte warten, bis sie wieder kam... Da war Geduld gefragt.
Mocca ist dann in ein Haus mit Garten, mit ihren Leuten gezogen und bekam noch eine Katzendame dazu. Da war sie dann noch schlechter gelaunt.
Ich habe sie 3 Jahre betreut. Unsere Beziehung endete, weil sie Katzenaids hatte und daran starb.
Arme Grummeltante.

Micki:
Durfte bei ihren Besitzern in Luxus pur leben. Sie hatte wirklich Glück. Sie war keine wertvolle Rassekatze und trotzdem hat dieses wohlhabende Ehepaar sie bei sich gelassen. Micki war von einem Auto vor dem Haus der Leute angefahren worden und schwer verletzt. Die Beiden haben sie gesund gepflegt und Micki durfte bleiben. Sie hatte ein Bein verkürtzt und humpelte deswegen etwas.
Ich fungierte 2-3 Jahre als Urlaubsbetreuung. Micki war absolut pflegeleicht und begrüßte mich immer mit lautem schnurren. Dann wollte sie immer kurz raus, um nach dem rechten zu sehen.
Die graue Katzendame wurde 17 Jahre alt und wurde zum Schluß von der Schwiegertochter versorgt.
Micki war eine Liebe.  

Mikesch:
Er war ein schöner grau-getiegerter Hauskater und lebte mit zusammen mit einer kleienen Katzenfamilie in einer Paterrewohnung, mit Katzenklappe. Da gehörte auch ein kleiner Garten dazu.
Frauchen liebte ihre Katzengang sehr und versuchte ihnen alles zu geben, was ihr möglich war. Leider mußte sie sehr viel arbeiten und war oft mehrere Tage weg. Da mußte ich dann die Pflege übernehmen. Mehrere Jahre machte ich das mit Freude.
Die Katzenfamilie lernte ich kennen, als die Jungen noch Babys waren.
Mikesch war ein charmanter Kater, kastriert und sehr liebenswürdig. Er holte mich vom Auto ab, wenn ich kam und begleitete mich oft auch wieder hin, wenn ich wegfuhr. Wenns Futter gab war er sehr ungeduldig und konnte es nicht abwarten, bis er dran war. Verschmust war er und begleitete mich überall hin, bei meinen Tätigkeiten. Mikesch war der Chef und da gabs auch mal Backpfeifen.
Irgendwann blieb dann die Katzenmutter weg. Die Kinder waren aber schon groß und brauchten sie nicht mehr. Frauchen war aber sehr traurig. Es waren 4 Geschwister und zwei davon, Glückskatzen, waren immer sehr scheu und blieben immer öfter weg.
Durch die Katzenklappe, kamen auch immer wieder fremde Katzen in die Wohnung.
Oft fand ich irgendwelche Teil von toten Tieren, wie Vögel oder Mäuse. Es waren eben fleißige Jäger.
Irgendwann wurde dann Mikesch krank. Er nahm, immer mehr ab, sein Fell wurde struppig. Zuerst bestand Verdacht auf Diabetes und er bekam Spritzen. Aber sein Zustand verschlechterte sich immer mehr und er starb. Er hatte eine liebenswerte Persönlichkeit.
Mikesch ich vergesse Dich nicht.

Jenni:
Sie war eine Chow-Chow-Hündin mit schönem fuchsbraunem Haar und wie alle dieser Rasse, sehr eigensinnig. Ihr Frauchen war Witwe und behandelte Jenni wie eine Dame. Jenni konnte das Wasser nicht mehr halten und urinierte immer wieder in die Wohnung auf den Teppichboden. Frauchen trugs mit Fassung. Jenni war eben schon alt. Sie hatte schon stark Arthrose, vor allem in den Vorderläufen und wollte deshalb kaum noch gehen und konnte auch keine Treppen mehr laufen. Nun wohnten die beiden aber im ersten Stock. Also hatte Herrrchen, als er noch lebte, für Jenni extra einen eigenen Aufzug gebaut. Das war das dollste was ich jemals sah. Man ging mit Jenni auf den Balkon und an der Brüstung gabs ne Klappe. Die mußte man öffnen. Dann konnte Jenni in ihren Aufzug steigen. Die Klappe verschloß man wieder und dann gings abwärts in den Garten. Dort wurde die Klappe dann wieder geöffnet und Jenni konnte raus. Fand ich ne super Lösung, für ne Hund der zu schwer zum tragen war.
Im Sommer hab ich sie geschoren. Sah gewöhungsbedürftig aus, aber Jenni tats richtig gut, wenns so heiß war.
Für Frauchen wars nicht immer einfach mit dem alten eigensinnigen Hund, aber sie gab ihr bestes, bis Jenni starb. 2 Jahre hab ich die beiden begleitet. Es war ne schöne Zeit.
Jenni hat nen schönen Platz im Hundedamenhimmel verdient.

Whisky:
Ein weißer Zwergpudelrüde. Sehr eigen. Er kam regelmäßig zum scheren zu mir, über mehrere Jahre. Er war bissig und blieb es bis zum Schluß. Vorne links hatte er eine verkrüppelte Pfote. Ich glaube, die tat ihm immer weh. Whisky hatte es nicht einfach. Er gehörte eigentlich einer Frau, die ihn völlig falsch behandelte. Sie ging nicht mit ihm Gassi, gab ihm dauernd Hühnchen mit Knochen. Dadurch war sein Leib meist aufgetrieben. Ich glaube, der hatte oft Bauchweh. Eine Nachbarin hatte Mitleid und nahm ihn zu sich. Sie war dann sein Pflegefrauchen und meine Kundin. Die Besitzerin wollte ihn nicht abgeben und dann stritten sie ständig wegen dem Hund. Whisky war für mich immer ein trauriger Hund, ohne Vertrauen zum Menschen. Eines Tages wurde ich dann angerufen, daß er gestorben sei.
Armer Hund. Auch Du hast ein Plätzchen im Hundehimmel verdiehnt.

Billy:
Ein Jorkyrüde. Klein, sehr hübsch, schön bebaut mit üppigem Haar und entzückend im Wesen. Er gehörte einer älteren,großen hellblonden Dame aus dem hohen Norden. Sie war oft bei ihren Kindern dort und viel unterwegs. Billy war überall dabei.
Er kam regelmäßig zu mir zum schneiden. Seine Beinchen waren so zart, daß ich immer besonders vorsichtig war. Er hatte auch immer doll Angst vorm kämmen, weil sein Haar meist leicht verfilzt war und man ihn schnell ziepte beim kämmen. Außerdem hatte er eine alte Verletzung am Hinterbeinchen und aus Angst vor Schmerzen, weinte er manchmal. Da mußte ich doll aufpassen. Ansonsten war er ein Schatz. Und nach der Pflege war er immer wie umgewandelt, sprang übermütig an mir hoch und wartete voller Freude auf Leckerchen.
Billy kannte ich einige Jahre und mußte zwangsläufig sein altern miterleben. Er bekam den grauen Star und hörte nichts mehr.
Mit 14 Jahren starb er dann. Sein Frauchen, selbst alt, zog noch mit ihm in eine Seniorenwohnung, aber er bleib ihr nicht lange.
Billy du warst ein toller Kerl. Ich denke besonders gerne an Dich.

Kora:
Eine Cocker-Mixhündin. Sie wurde regelmäßig zum scheren gebracht. Kora war ein lieber und braver Hund. Sie ließ sich immer problemlos pflegen und schien auch sonst, ein anspruchsloser Hund zu sein. Leider bekam sie im Alter überall Warzen und Geschwüre, die zum Teil sehr groß wurden. Dann hing plötzlich eine Seite ihrer Lefzen. Sie hatte wohl unbemerkt einen Schlaganfall gehabt. Sie hörte auch nichts mehr. Irgenwann  wurde sie dann nicht mehr gebracht. Auch sie war tot.
Kora Du warst immer so tapfer. Machs gut.

Bobby:
Er war ein kleiner hübscher Jagdhundmischling. Fuchsbraun mit glänzendem Fell und der Liebling der Familie. Anfangs war er so bissig, daß ich ihn nur mit Beißkorb scheren konnte. Im Alter wurde er dann ruhiger. Er sah bis kurz vor seinem Tod, mit 14 Jahren immer sehr jugendlich aus.
Bobby war immer ein ganzer Kerl und ich vergesse ihn nicht.

Tiffi:
Eine kleine graue Mischlingshündin. Frauchen hatte sie aus dem Tierheim. Tiffi kam aus Teneriffa und keiner wußte, wie alt sie war. Ihr Frauchen, selbst eine herzensgute Dame, liebte sie abgöttisch. Leider verstand ihr Lebensgefährte die Tierliebe falsch und fütterte sie dick und kugelrund. Ich besuchte sie regelmäßig und scherte sie, wobei sie nicht einfach war im Umgang. Nach ein paar Jahren bekam sie dann Probleme mit dem Fell, dann gingen ihr die Haare aus, sie bekam Atemschwierigkeiten und hatte Arthrose. Tiffi ließ nichts aus und nach vielen Arztbesuchen verstarb sie dann. Ein halbes Jahr später rief mich ihr Frauchen an und mußte noch immer bittere Tränen weinen, wegen dem Verlust von Tiffi.
Tiffi Du hast bestimmt viel mitgemacht in Deinem Leben, aber dafür hattest Du dann ein kleines Paradies bei Deinem Frauchen. Auch Du bleibst mir in Erinnerung.

Nun möchte ich noch unbedingt ein paar Hunde erwähnen die ebenfalls zu meinen Kunden gehörten, aber deren Namen ich bedauerlicher Weise vergessen habe:

Die schwarze Schäferhündin, die wir immer immer im liegen scherten. Sie war so groß, daß sie gerade so auf den Schertisch passte und Herrchen regte sich immer so auf, daß er seinem Hund vorher „K.O.-Tropfen“ gab. Dabei hätte er die selbst gebraucht.

Die Dackelhündin zu der ich jedes Jahr einmal zum scheren fuhr und die so bissig war, daß sie jedesmal ‘nen Beißkorb brauchte und Herrchen sie mit aller Kraft auch noch festhalten mußte. Die war immer so komplett verfilzt, daß ich bald nicht sah, was vorne und was hinten war.

Der Foxterrierrüde der schon sehr alt und taub war als er das erste Mal kam. Ihm fehlte ein Auge und er war sehr brav. Zuletzt war er so wackelig durchs Alter, als er gebracht wurde, daß empfehlen  mußte ihn besser nicht mehr der Pflegeprozedur auszusetzen.
Die 16 Jahre alte Westiehündin die ich nur noch scherte, anstatt zu trimmen, weil ich sie schonen wollte.
Der kleine schwarze Schnauzer-Mix, der so bissig war, daß er festgehalten werden mußte und nen Beiß korb brauchte, daß ich ihn scheren konnte. Den Kopf mußte ich so lassen wie er war. Ich glaube er hätte sich lieber umgebracht, als sich anfassen zu lassen. Wow! Ein ganzer Kerl. 
 
     

Unsere Hunde bekommen nur Grau Tiernahrung!

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Sonntag, 7. März 2010

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Sonntag, 7. März 2010

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