Unsere Lilli
Soonwald Eiche
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“ Davina Lilia von Steinberg”

Den Fans und Insidern besser bekannt als:
 Bobba-Marleén oder
auch Bunker-Lilli oder
nur Lilli,
aber auch Marleén wird sie gerufen!

Westiewalk

Hier möchten wir unsere Hündin „Lilli“ vorstellen. Sie wurde am 6.7.03 geboren. Sie war unsere erste Zuchthündin. Wir möchten sie nicht Zuchthündin nennen, weil sich sonst unsere Beziehung zu ihr nur auf das Züchten beschränkte. Und das ist nur ein kleiner Teil ihres Lebens gewesen.

Mit ihr begann unser Kapitel „Zucht“:

2005 erhielten wir die vorläufige Zuchtzulassung vom Klub für Terrier. Die prüfende Zuchtwartin besuchte uns, sah sich das Zuhause unserer Hunde an und entschied: Die Voraussetzungen für die Zucht sind ideal.

Der Weg bis zum ersten Wurf sollte aber noch lange sein.

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Nun also unser züchterischer Werdegang von Anfang an.

Im September 2003 war es soweit. Wir durften unsere Lilli bei Familie Berghäuser abholen.

Gleich zur Begrüßung fiel der Zwerg mit fürchterlichem knurren über unsere Hündin Urmel her. Dann wurde ihr auf der Heimfahrt schlecht. Zuhause war sie wieder quietsch vergnügt und tat so, als ob sie schon immer da gewesen sei. Sie war mit derart viel Selbstbewußtsein ausgestattet, daß wir uns (mit breitem grinsen) fragten, was für ein Trollkind wir uns ins Haus geholt hatten.

Erster scheuer Blick
Wen überfalle ich jetzt
Können diese Augen lügen
Ich habe nichts gemacht
Dich bekomme ich auch noch

Unser betagter Schäferhund Benny trug es mit Fassung. Auch vor ihm machte sie nicht halt. Die Parole hieß: Hoch die Rute, egal wer kommt! Entzückend!

Die kleine Lilli war nicht zu stoppen. Sie war ein Energiebündel und konnte mit Eifer Urmel ums Haus jagen, kilometerweise Klopapier ausrollen oder voller Stolz unsere Badematten durch die Gegend tragen und sich diese grunzend um die Ohren hauen.

Sie schaffte es sogar unseren Wohnzimmertisch zu erklimmen. Die Kratzspuren werden uns ewig daran erinnern.

Der kleine Troll war oft so aufgedreht, daß wir ihr einen Mittagsschlaf in der Transportbox auferlegten, damit die ganze Familie mal durchatmen konnte.

Die Größe sagt garnichts aus
Ein Ufo hat mich hierher gebeamt!
Gehn wir schlafen?
Ich kam rein und da war das so .... ehrlich!

Von selbst wurde Lilli nicht müde. Nur manchmal kuschelte sie sich an Benny, natürlich ohne vorher gefragt zu haben.

Der alternde Benny mußte öfters vor der kleinen Bestie geschützt werden. Sie nahm ihm sogar die Knochen weg, spielte mit seinem buschigem Schwanz und fraß aus seinem Futternapf der so groß war, daß sie fast darin verschwand.

Erst kühl dazu legen, .... Überfall, mal andersherum

Als Lilli ungefähr 11/2 Jahre alt war, nahm ich sie auf eine Terrierausstellung mit. Herr Berghäuser war dort als Ausstellungsrichter tätig. Ich nutzte die Gelegenheit und stellte ihm Lilli vor. Er meinte, ich könne sie ja mal probeweise ausstellen. Das Trimming müßte aber besser werden...

Dann gings richtig los.

Ich stellte Lilli zum ersten Mal aus.

Lilli war einfach super. Sie zeigte sich selbstbewußt und lief mit erhobenem Rutchen (natürlich) im Ring. Die Richterin durfte sie überall anfassen und nach den Zähnen gucken. Wir liefen mit den Profis mit und plamierten uns nicht. Die Richterwertung lautete :Sehr gut. Ich war glücklich. Gleich beim erstem Mal so viel Erfolg.

Das hatte so viel Spaß gemacht, daß wir noch weitere Ausstellungen besuchten. Meine Lilli und ich  waren ein super Paar. Lilli weinte sogar jedesmal vor Freude, wenn ich unsere Sachen richtete, bevor wir losfuhren. Aber ehrlich, ich glaube es waren die Leckerli die sie lockten und die Sonder Zuwendung.

Knautschie gehört mir, deshalb auch der Spitzname Bunker-Lilli

Bei einer Ausstellung richtete eine Irländerin und wir erhielten ein „Vorzüglich“. Sie meinte sogar zu uns allen, daß die Hunde so schön seien, daß es eine Ehre sei uns richten zu dürfen. Und Lilli gehörte auch dazu. Ist das nicht der Hammer?

Leider blieb es sonst bei „sehr gut“. Das war eh schon genug und wir hatten die Voraussetzungen für die Zuchtzulassungsprüfung erfüllt.

 

Ich mußte dann noch eine Fortbildung in Sachen Hundezucht besuchen und Lilli mußte beim Tierarzt vorgestellt werden, ob die Patella in Ordnung sei. War alles bestens.

Die Zuchtzulassungsprüfung fand dann in Mainz/Bingen statt, bei ströhmendem Regen, draußen ohne Regenschutz. Aber kein Hinderniß war zu groß. Nachdem unsere Papiere überprüft waren, mußten wir stundenlang warten auf den Beginn unserer Prüfung. Es waren viele Teilnehmer dort, auch Anfänger, so wie wir und alle hatten gute Laune.

Dann war es endlich soweit. Wir mußten alle zusammen in den Ring. Lilli war gleich total naß und Wasser kann sie nicht ausstehen. Zuerst mußten wir die Wesensprüfung machen. Für meine Lilli kein Problem. Das Rutchen oben, blieb sie unbeeindruckt vor scheppernden Blechdosen, der Dame mit dem schwarzen Flattermantel, dem Regenschirm und den anderen Hunden sowieso.

Dann mußte Lilli auf den Richtertisch. Schön sah sie gerade nicht aus durch den Regen, aber als die Richterin ihr freches Gesicht sah, lachte sie. Lilli hatte ihre Sache gut gemacht und sie bekam eine tolle Bewertung im Zuchtzulasungsprotokoll. Hurra, auch diese Hürde hatten wir genommen!

Och!!!

Lilli erhielt die unbegrenzte Zuchtzulassung.

So, nun konnte es losgehen. Jetzt mußten wir Lillis Hitze abwarten. Einen schönen Rüden hatte ich mir schon ausgesucht. Ausgerechnet in Berlin. Meine Freundin „Pudel-Inge“, selbst seit über 20 Jahren erfolgreiche Toy-Pudel Züchterin und meine treue Beraterin, meinte, Linienzucht sei der richtige Weg. Deshalb der weite Weg.

Ich hatte aber Pech. Als Lilli heiß geworden war, tobte ein Schneesturm und die Reise war unmöglich.

Mir blieb nichts anderes übrig, als auf die nächste Hitze zu warten.

Als die dann endlich da war, hatte ich soviel um die Ohren, daß ich den ersten Blutungstag von Lilli versäumte und deshalb viel zu spät nach Berlin fuhr. Lilli wurde zwar gedeckt, blieb aber „leer“. Na, ja, wenigstens hatte Lilli ihren Spaß. Ansonsten außer Spesen nix gewesen.Bei der nächsten Hitze, alle guten Dinge sind drei, schwor ich mir, diesmal nichts auszulassen.

Also machte ich schon 4 Wochen vor dem zu erwartenden Hitzezeitpunkt  tgl. 2 Mal Tupferproben, damit ich den ersten Blutungstag ja nicht versäumte.

Am 7. Tag war ich dann so aufgeregt und unsicher, dass ich die Deckrüdenbesitzerin anrief und nervte. Wie hätte sie mir helfen sollen? Zu meiner Beruhigung ließ ich dann ab dem 8. Tag alle 2 Tage einen Progesterontest machen und einen Abstrich. In Absprache mit dem Labor und der Ärtzin und Pudel-Inge ließ ich Lilli dann am 12. Und 13. Blutungstag decken. Oh, Mann ich dachte mal, züchten sei so einfach!

Aber es hatte sich gelohnt. Im Ultraschall zeigte sich, dass meine Lilli trächtig war. Hurra, hurra!

Hach, ist das schön!

9 Wochen später, am 64. Trächtigkeitstag war es dann soweit. Lilli bekam ihre ersten 3 Babys. Da Lilli ja schon immer etwas besonderes war, überraschte sie uns dann am nächsten Morgen, beim Frühstück, sozusagen, mit einem weiteren Kind. Alle kerngesund. 4 Jungs. Ich hätte so gerne ein Mädchen gehabt für mich. Zur Sicherheit ließen wir Lilli dann beim Tierarzt röntgen, damit sich nicht noch ein Kind versteckt hatte. Aber es war alles  beendet. Die weitere Geschichte ist unter A-Wurf zu lesen.

Lilli war eine gute Mutter. Instinktiv machte sie alles richtig mit den Babys und wir unterstützen sie  dabei, so gut wir konnten, natürlich mit Pudel-Inges Unterstützung.

Lilli hat jetzt erst mal Babypause, setzt eine Hitze aus und soll dann erst wieder Babys kriegen.

Lilli

Als Baby ein kleiner wilder Troll, jetzt eine melancholische Maus mit Staralüren in Sachen Zucht. Sie hat unter ihrem Namen Lilli einen Ehrenplatz auf unseren Internetseiten erhalten und war unser dritter Westie.

Lillis Zuchtende


Ich möchte hier eine Lanze brechen, für alle Züchter und auch über Misserfolge erzählen, die einem so widerfahren können, wenn man züchtet. Die Menschen, die einen Welpen bei uns kaufen, sollen wissen, wie schwer die Züchterei ist, wenn man gesunde Hunde und auch rassetypische, schöne Hunde weitergeben möchte. Jedes Hundekind ist ein kostbarer Schatz und sollte so auch sein Leben lang behandelt werden.

Im Frühjahr 2008 haben wir Lilli  wieder decken lassen. Diesmal von Kevin, einem englischen Rüden, der in Holland lebt. Mein absoluter Traumhund.

Obgleich ich diesmal den ersten Blutungstag versäumte, fand ich dennoch, mittels Progesterontests, den optimalen Deckzeitpunkt. Am 35. Tag machten wir Ultraschall und es waren 6 Babys zu sehen! Hurra! Die erste Hälfte der Trächtigkeit verlief auch problemlos.

 Dann aber, wuchs der Bauch so schnell, das es uns unheimlich wurde. Schon 14 Tage vor der Geburt tat sich Lilli sehr schwer. Der Bauch hing fast am Boden und sie hechelte viel. Was mich schon etwas stutzig machte, war, daß sich die Babys diesmal kaum bewegten, wenn man die Hand auf den Bauch hielt. Jeden Tag dachte ich, hoffentlich ist es bald so weit, das Lillis Babys geboren werden, so leid tat sie mir.

Dann am 55. Trächtigkeitstag kam es dann zur Katastrophe.

Lilli ging, wie immer morgens früh raus um Wasser zu lassen und als ich sie wieder reinließ, sah ich, durch das weiße Haar, das sie grünlichen Ausfluß hatte! Absolutes Alarmzeichen. Mir war durch die Fortbildungen sofort klar, Lilli wird die Babys verlieren. Jetzt gilt es, die Hündin noch zu retten!

Also fuhr ich so schnell, wie die Feuerwehr, zum Notdienst in die nächste Klinik.

Mit Ultraschall wurde festgestellt: Plazentenablösung. Notkaiserschnitt. Meine Welt brach zusammen! Ich heulte wie ein Schloßhund. Wie schrecklich! Meine arme Lilli!

Die Ärztin fragte mich noch schnell, ob die Gebärmutter gleich mit raus sollte. Oh, Gott, was sollte ich nur tun? Ich war unter Schock. Das war zu viel auf einmal! Ich entschied dann, sie sollte drin bleiben, aus Angst in Lillis Bauch könnte noch ein größeres Loch entstehen und sie müßte noch mehr leiden. Das sollte ich noch bereuen!

Dann sas ich da, ich glaube, es waren mindestens 2 Stunden im Untersuchungszimmer, und bangte um das Leben meiner Lilli. Dann ging plötzlich die Tür auf und die Ärztin legte mir, in grünes OP-Tuch gewickelt, einen Welpen hin. Der war noch so klein und atmete schnappend. Die Ärmchen und Beinchen hatten noch keine Haare und waren ganz rosa. 7 Welpen seien es, meinte sie und es lebten alle. 3 Mädchen und 4 Jungs. Auffallend war, daß sie alle, bis auf einen, Blutergüsse am ganzen Körper hatten. Sauerstoffmangel war die Ursache dafür. Aber das erfuhr ich erst später durch eigene Recherchen. Dann verschwand sie wieder im OP. Wieder wartete ich eine Ewigkeit. Dann brachten sie mir Lilli, die gerade aus der Narkose erwachte. Einen riesigen Schnitt hatte sie am Bauch. Mein armer Hund. Ich sas bei ihr am Boden und streichelte sie. Tränen hatte ich keine mehr. Ich war völlig fertig.

Dann ging wieder die Tür auf und die Ärztin legte mir ein Bündel in die Arme in dem ein Welpe lag, der ruckartig atmete. Das sei der letzte des Wurfes. Alle anderen hätten mit der Atmung aufgehört. Der hatte auch keine Blutergüsse. Ob ich versuchen wollte, Ihn durch zubringen, war die Frage. Ich fragte, ob er denn überhaupt eine Überlebenschance hätte. Sie meinte 50 %. Mein Verstand sagte mir, daß es besser sei, ihn zu erlösen, aber sie meinte wir sollten gucken, ob er trinkt. Dann hätte er Chancen. Das tat er dann auch. Mit einer Spritze bekam er Welpenmilch eingeträufelt. Ich nahm ihn mit.

Zuhause legten wir ihn in ein Brotkörbchen  mit Heizkissen und alle Stunde bekam er ein paar Tropfen Milch. Zuerst sah es ganz gut aus, mit dem kleinen Würmchen. Er quäkste, wenn er Hunger hatte oder Pippi musste. Aber Hoffnungen machte ich mir keine. Noch nie hatte ich ein Baby mit der Flasche aufgezogen. Aber es lief gut. Er machte nachts eine großen Haufen. Das sah ich als ein gutes Zeichen. Aber am nächsten Tag wurde er immer schwächer. Dann lag er auf der Seite und wollte auch nicht mehr trinken. Ich gab ihn, auf Anweisung der Ärztin, immer wieder Lilli. Die leckte ihn jedesmal sauber und fing auch an ihn zu suchen. Aber es hatte alles keinen Sinn. Das Baby verstarb dann mittags.....

Lilli selbst musste sich von dem Kaiserschnitt erholen. Sie hatte Schmerzen und brauchte Tabletten. Es war schlimm, sie so leiden zu sehen. Aber sie erholte sich. Sie bekam Antibiotika. Nach 3-4 Tagen sah es richtig gut aus mit ihr. Wir gingen regelmäßig zur Kontrolle.

Dann nach 14 Tagen verlor sie plötzlich Blut. Ich fuhr wieder sofort in die Praxis. Im Ultraschall war zu sehen, daß sich die Gebärmutter nicht zusammen gezogen hatte und Wundfluß drin war. Also hörten die Probleme nicht auf. Oh, wir Unglücksraben!

Lilli bekam dann weiterhin Antibiotika und ein homöopathisches Mittel das die Gebärmutter beim zusammen ziehen unterstützen sollte. Weitere 14 Tage, fuhren wir zwei Mal die Woche, zum Ultraschall. Lilli selbst ging es dabei prächtig. Sie schien wieder richtig fit zu sein, war lustig, rannte und sprang wieder durch die Gegend. Ihr Appetit war auch prächtig.

Zuerst lief immer mal wieder dickes Blut raus. Dann wurde es weniger und die Gebärmutter hörte wieder auf sich zusammen zuziehen. Die Ärzte rechneten jederzeit mit Not-OP und Gebärmutterentfernung. Wir hatten dann schon einen OP-Termin gemacht, machten aber vorher noch einen Ultraschall und, oh Wunder, die Gebärmutter hatte sich doch noch regeneriert.

Nun wird sie aber doch noch, zur Sicherheit entfernt. Aber erst in 3 Wochen. So hat Lilli Zeit sich noch zu erholen und Kraft zu sammeln.

Tja, Lilli ist  dann nicht mehr zuchtfähig und ich habe keine andere Hündin im Moment. Bei uns wird es dieses und auch nächstes Jahr keine Welpen geben. So schnell kann es gehen, wenn man züchtet. Lilli war wohl zu schwach, so viele Welpen auszutragen. Eine Infektion schließen wir als Ursache für den Abort aus. Eine vorzeitige Plazentaablösung ist sehr selten. Uns hat es getroffen. Die Babys hatten keine Chance. Wir sind so froh, daß Lilli überlebt hat.

Züchten ist mit viel Leid und auch mit Freude verbunden. So merkt man, wie kostbar jedes einzelne Lebewesen ist. Die Welpen haben ihren Preis und das auch zurecht. Was nun bleibt, sind jede Menge Kosten und schreckliche Erinnerungen. Ich schätze, ca. 2000 € hat nun das ganze Drama gekostet: Klinik, Decktaxe, Übernachtung, Fahrtkosten und die Nachsorge. Die anstehende Kastration ist da noch nicht mit drin.

Aber dennoch überwiegt die Freude bei mir, an den Welpen vom letzten Wurf. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Lillis Sohn Anton und seine Brüder sind da und sie zu sehen, entschädigt für die harte Zeit.

Ich möchte weiter züchten und mein bestes geben, für die kleinen Kobolde. Ich hoffe, die Natur macht mit.

Nun bin ich auf der Suche nach einer Nachfolgerin für Lilli. Drückt mir die Daumen.

Unsere Hunde bekommen nur Grau Tiernahrung!

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Freitag, 23. April 2010

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Freitag, 23. April 2010

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